Synonyme: Bagolini-Gläser, Bagolini-Streifen-Gläser
Der Bagolini Test ist Test zur Beurteilung des binokularen Einfachsehens, der anomalen retinalen Korrespondenz oder der Suppression dient.
Der Test wird mithilfe von Bagolini-Streifen-Gläsern durchgeführt, die aus leicht geriffelten Gläsern bestehen und eine punktförmige Lichtquelle in einen Lichtstreifen verwandelt.
Der Bagolini-Test wird durchgeführt, indem der Patient durch Bagolini-Streifen-Gläser schaut, die entweder als Brille oder als Steckgläser vor beiden Augen platziert werden. Die Gläser haben diagonale Linien, die das Licht der punktförmigen Lichtquelle der Untersuchungsleuchte in einen Lichtstreifen verwandelt. Der Patient wird aufgefordert, zu beschreiben, was er sieht.

Bei der Interpretation ist es besonders wichtig, die Orientierung der verwendeten Gläser zu beachten. Der vom Patienten wahrgenommene Lichtstrahl ist dabei um 90° zur Riffelung der Bagolini-Gläser versetzt.
Normales Ergebnis
Der Patient sieht ein einziges Kreuzmuster mit einem Lichtpunkt in der Mitte.
Dies deutet auf ein normales, binokulares Einfachsehen oder eine harmonische anomale retinale Korrespondenz (bei manifestem Strabismus) hin.
Abnormales Ergebnis
Der Patient sieht zwei separate Linien oder ein unvollständiges Kreuz oder versetzte Lichtpunkte.
Zentralskotom
Wird in einer der beiden Linien eine kleine Lücke wahrgenommen, so besteht der Verdacht auf ein zentrales Suprressionsskotom (z.B. bei einen Mikrostrabismus) hin. In der Praxis ist dies jedoch oft schwierig nachzuweisen, da der Patient angibt ein Kreuz zu sehen. Ein 4-Prismentest kann ein Zentralskotom bestätigen.
Heterotropie
Gibt der Patient an die beiden Linien zu sehen, aber Sie bilden kein Kreuz so deutet dies auf eine Diplopie hin. Auch wenn zwar ein Kreuz wahrgenommen wird, aber zwei in eine Richtung versetzte Lichtpunkte wahrgenommen werden, besteht der Verdacht auf eine Heterotropie.
Suppression
Der Patient nimmt nur eine der beiden Linien wahr so deutet dies auf eine Suppression hin.

Die externe Augenmuskulatur besteht aus sechs Muskeln, die für die präzisen Bewegungen des Augapfels verantwortlich sind. Diese Muskeln – Musculus rectus superior, rectus inferior, rectus medialis, rectus lateralis, obliquus superior und obliquus inferior – ermöglichen komplexe Augenbewegungen und werden von drei Hirnnerven innerviert: dem Nervus oculomotorius (Hirnnerv III), dem Nervus trochlearis (Hirnnerv IV) und dem Nervus abducens (Hirnnerv VI). Jeder Muskel hat eine spezifische Funktion, wie das Heben, Senken, Adduzieren oder Abduzieren des Auges, sowie die Innen- und Außenrotation. Störungen in der Funktion oder Innervation dieser Muskeln können zu verschiedenen Augenbewegungsstörungen wie Strabismus (Schielen), Diplopie (Doppelbilder) und eingeschränkter Augenbeweglichkeit führen. Die genaue Kenntnis der Anatomie und Innervation der extraokularen Muskeln ist entscheidend für die Diagnose und Behandlung solcher Störungen in der Augenheilkunde.
Anormale Retinale Korrespondenz
Illustration